2025 Kabine
2024 Bernhard
2024 CL Ausfahrt Madrid
2025 Pokalfinale Fans Groß
2023 Union-Berlin - VfB
Featured

Magische Nächte. Champions-League 2026/2027. Teil 2

In der Stuttgart- Bad Cannstatter Fußballarena war gestern wieder ein Fußballfesttag angesagt.

Vor dem CL-Spiel entfaltete sich über die komplette Cannstatter Kurve eine überragende und gigantische Choreografie „STUTTGART CITY“. Eine Hommage an Stuttgart, gehalten in den Stadtfarben gelb und schwarz, mit imposanten Motiven wie z.B. der Grabkapelle auf dem Württemberg, dem Cannstatter Wasen, einer Stadtbahn und dem Wahrzeichen der Stadt, dem Stuttgarter Rössle, als Höhepunkt. Anschließend ertönte die von einem britischen Komponisten komponierte UEFA-Championsleague- Hymne. Wenn sie durch die Arena schallt, dann hören alle Zuschauer wie elektrisiert zu: Feierliche und magische Momente - schlichtweg perfekt!  Der Brite bekam 1992 von der UEFA den Auftrag, in Anlehnung an das von dem in Halle/Salle geborenen Georg Friedrich Händel im Jahr 1727 aus Anlass der Krönung des britischen Königs und Kurfürsten von Hannover Georg II komponierten, barocken Prachtwerk, „Zadok the Priest“, ein majestätisches und feierliches Musikstück als Fußball-Intro für alle Spiele der UEFA Championsleague-Spiele zu erschaffen.

Was die wenigsten von uns wissen: Die UEFA-Hymne hat auch einen Text, der die drei offiziellen UEFA-Sprachen Englisch, Französisch und Deutsch kombiniert. In den Stadien und im TV wird eine verkürzte Version der UEFA-Hymne abgespielt. Der (verkürzte) Text lautet:

Ils sont les meilleurs

Sie sind die Besten

These are the Champions

 

Die Meister

Die Besten

Les grandes équipes

The champions

UEFA-Klubrangliste 2026/2027 Nummer 59 gegen Nummer 11, bzw. VfB Stuttgart gegen Club Atletico de Madrid, oder rund 400 bis 430 Millionen gegen 700 Millionen Kaderwert. Eine „klare Sache“ für Atletico Madrid, so war wenigstens meine Erwartung an das gestrige CL-Spiel des VfB Stuttgart. Wie vor zwei Jahren, als Paris Saint- Geman zu Gast (PSG) war und beim 1:4 Anschauungsunterricht uns allen vor Augen führte, dass „Geld halt doch Tore schießt“. Deshalb erwartete ich ein vergleichbares Spiel und Ergebnis, eigentlich.

Es kam aber völlig anders. Eine erste Halbzeit, in der der VfB aus meiner Sicht eine der besten Vorstellungen nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga ablieferte. Alle Spieler waren vom Anpfiff an auf 110%, agil, zweikampfstark, ballsicher und kreativ. Allerdings gelang es zunächst nicht, den Torwart von Atletico zu überwinden. Dank dessen zahlreicher Glanztaten überstand Atletico die erste halben Stunde ohne Gegentor. Jan Oblak, 33 Jahre alt und slowenischer Nationaltorwart, ist seit über zehn Jahren die unumstrittene Nummer 1 im Tor von Atletico Madrid. Er wird zu den besten und kontantesten Torhütern der Welt gezählt und ist eine absolute Legende bei Atletico Madrid. Beim hochverdienten Führungstreffer des VfB durch Leweling war er allerdings chancenlos. Ein magischer Moment, wie Jamie Leweling auf Zuspiel von Angelo Stiller zunächst einen Gegenspieler rechts umkurvte und dann mit links vollsteckte. Da der Ball noch leicht abgefälscht war, hatte Oblak gleich doppelt keine Chance. Und das Stadion bebte.  Leider war die Abwehr unmittelbar nach der Pause wohl noch im Tiefschlaf, oder hatte noch nicht realisiert, dass Trainer Simeone zu Beginn der zweiten Halbzeit mit Ademola Lookman einen absoluten Weltklassestürmer einwechselte.  Lookman, der Bergamo vor zwei Jahren Bayer Leverkusen mit einem Hattrick im Europa-League- Finale quasi im Alleingang führte, durfte auf der rechten Angriffsseite fast ungehindert eine Flanke in den Strafraum des VfB schlagen. Dort standen gleich zwei Atletico- Spieler frei, die drei Abwehrspieler des VfB, schön aufgereiht nebeneinander, waren quasi zu Salzsäulen erstarrt und schauten zu, wie Julian Alvarez den Ball unhaltbar ins Tor knallte. Der Argentinier, einer der vielen Weltklassespieler in der Mannschaft von Trainer Simeone und von einigen Experten als der perfekte Stürmer bezeichnet, war ansonsten weitgehend „abgemeldet“. Aber er zeigte dem VfB mit seinem Tor, wie man aus einer Chance auch ein Tor macht. Das sind halt die „Kleinigkeiten“, die den Unterschied ausmachen. Danach ging ich davon aus, dass Atletico das Spiel dominiert. So sah es auch aus, bis ein Spanier nach einem rüden Foul gegen Angelo Stiller vom Schiedsrichter mit Rot vom Platz gestellt wurde. In Überzahl erspielte sich der VfB wieder ein Übergewicht, kam aber gegen die nun nur noch auf Konter oder Freistöße und Eckbälle lauernde Mannschaft von Simeone kaum noch zu zwingenden Torchancen. In der Schlussphase hatte zwar Jeff Chabot den Siegtreffer buchstäblich auf dem Kopf, er setzte den Ball aber ganz knapp neben das Tor. 

Fabian Wohlgemuth meinte nach dem Abpfiff: „Zu wissen, dass man auf europäischem Topniveau mit so einem Gegner mithalten kann, das macht schon was mit der Mannschaft“.

Da stimme ich ihm zu, zumindest bzgl. der ersten Halbzeit. Die Atletico-Spieler waren gezwungen, Chris Führich hinterherzurennen und -zu schauen, El Khannouss war überall auf dem Feld und sprühte nur so vor Spiel- und Lauffreude, spielte mit Führich Doppelpass und verteidigte bis in den eigenen Strafraum und Chabot war der große und zuverlässige „Abräumer“. Die Mannschaft des VfB spielte „aus einem Guss“, störte sehr früh und fast alle Zweikämpfe wurden gewonnen. So gesehen, bin auch ich gespannt, was denn die gestrige Leistung mit der Mannschaft im Alltag der Bundesliga machen wird. Gleich übermorgen, wenn das aktuell noch punktlose Schlusslicht der Bundesliga zu Gast ist. Die Mannschaft des VfB muss in der Bundesliga nach dem sehr mäßigen Saisonstart nun eine Siegesserie starten. Spitzenmannschaften zeichnet aus, dass sie auch im Ligaalltag über 90 Minuten volle Leistung bringen. Und der VfB hat sich auf die Fahne geschrieben, eine Spitzenmannschaft zu werden. Eigentlich ein Muss, wenn man sich den Kader vor Augen hält und zudem die Selbsteinschätzung der Spieler mit in Betracht zieht. Dass ein Platz unter den ersten fünf der Bundesliga eigentlich Pflicht ist, das dürfte allen Protagonisten klar sein. Auch und vor allem auch aus finanziellen Gründen.           

So viel für heute zur Champions League.

Viele Grüße aus dem Schwarzwald

Bernhard

21.10.2026/Soe